Nicht nur zur Weihnachtszeit

Weihnachten. Die Zeit der höchsten Selbstmordrate. Und das kann man auch verstehen. Zu keiner Zeit ist es schwieriger allein zu sein. Und ist man nicht allein, ist man mit der Verwandtschaft. Was für viele nicht weniger schwer zu ertragen ist. Und zu keiner Zeit ist die Präsenz der Abwesenden so schmerzhaft spürbar.

Ja, Weihnachten kann auf viele Arten grausam sein. Muss es aber nicht. Denn irgendwas ist schließlich immer. Zu viel Familie. Zu wenig Familie. Zu viel Zeit. Viel zu wenig Zeit. Zu hohe Erwartungen, denen die Realität nicht gerecht wird. Oder zu wenig Enthusiasmus, wo man ihn sich gewünscht hätte.

Daher gibt es von mir etwas Besinnliches zu Weihnachten. Ein Geschenk für alle, die sich über besserwisserische Schwiegereltern, exzentrische Tanten und die streitende Verwandtschaft ärgern. Für alle, bei denen die Gans nicht gar wird, das Soufflee zusammenfällt und die Crème brûlée verbrennt. Für alle, die vermeintlich falsch beschenkten. Die sich über Topfsets, Bügeleisen und Selbstgehäkeltes zu freuen versuchen. Und ganz besonders aber für diejenigen, die all dieses nicht haben. Ein Auszug aus meiner Lieblingsmeditation exklusiv aus meiner Lieblingspsychiatrie. Eine Allzweckwaffe, die hilft. Eigentlich immer. Und in allen Lebenslagen:

Atmen Sie ruhig durch die Nase. Sammeln Sie Ihre Aufmerksamkeit und lenken Sie diese auf den nächsten Atemzug.

Lassen Sie alle Gedanken und Vorstellungen los, mit denen Sie hierhergekommen sind. Lassen Sie zu, dass die Vergangenheit von Ihnen abfällt, und lassen Sie alle Gedanken an das, was als nächstes kommen mag, los.

Versuchen Sie alle Empfindungen, ob angenehm oder unangenehm, mit Gelassenheit zu betrachten. Lassen Sie alles so sein wie es gerade ist. Nichts erwarten und nichts erreichen wollen.

Frohes Fest.

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9 Gedanken zu “Nicht nur zur Weihnachtszeit

  1. Ich habe mich nach heiligabend auf eine after xmas party in berlin begeben..und es war wider erwarten toll! mach ich jetzt immer so 🙂 und morgen weg für 8 tage…ich finde den jahreswechsel nämlich noch fast schlimmer als weihnachten zu hause. das mit dem atmen durch die nase hilft tatsächlich liebe nina, danke 🙂

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    1. Ja, die Weihnachtsdisko habe ich beim Besuch in meinem Heimatort auch immer mitgenommen. Wo man dann doch nur die Leute triift, denen man früher schon lieber aus dem Weg gegangen ist. Der Laden war aber schon damals nur betrunken auszuhalten. Da hilft auch kein Atmen. 😀
      So genieße ich die befristeten Treffen mit der Restfamilie, die Zeit mit mir und meiner Wahlfamilie.
      Und Silvester wird tatsächlich eine Herausforderung – vor allem aus Abstinenzerwägungen. Das erste Mal nüchtern – seit 20 Jahren.

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