Nachhilfe

Ich habe mich heut‘ zu einem Workshop angemeldet. Damit die Diss endlich fertig wird. Klingt toll. Ganz großartig sogar.

Doch eigentlich kann ich mich gleich wieder abmelden. Denn Arbeitsorganisation, das kann ich. Ich müsste nur meine Gefühle abstellen. Für ein paar Wochen. Einfach mal abstellen. Dann wär‘ die Diss auch ganz schnell fertig.

Aber das wird mir die Dame sicher nicht beibringen. Und was ich in drei Monaten Psychiatrie nicht gelernt habe, wird auch ein Tag Hochschulkurs nicht richten können.

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13 Gedanken zu “Nachhilfe

  1. Es gibt für alles eine Zeit. Aber Du schriebst ja schon über Deine Ungeduld. Du bewegst ziemlich viel, auch wenn Du sicher viel Energie hast und sehr klug bist. Vielleicht ist die Dissertation aber auch erst etwas später ein Thema. Wer weiß.
    Und….
    Dank für Deinen Blog. Ich habe durch Deine Offenheit und Deine Sichtweise der „Dinge“ selbst wieder etwas Mut fassen können. Wenn schon nicht normal im Sinne von ‚häufig‘, so doch wenigstens nicht allein. Dein Humor ist heilsam – eine gute Kraft gegen das Namenlose.

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  2. Frollein, in dem Moment, wo Du Dich zu dem Workshop angemeldet hast, hattest Du anscheinend eine andere Argumentation 😉
    Rede es Dir jetzt nicht selber schlecht…

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  3. Frau Kollegin PreDoc! Wenn die Damen und Herren in der Prüfungskommission wüßten, mit welchem „handicap“ wir an den Start gehen, dann hätten die denke ich mal nen großen Respekt davor. Würde das Leben im „Konditional 1“ stattfinden, dann wäre uns ein „summa cum laude“ quasi nicht mehr zu nehmen!!!
    Solche Workshops können ja schon was bringen, bei mir ist das i.d.R. aber nicht der Fall und wenn dann hält der Aufwind auch nur paar Stunde, mit Glück vielleicht nen Tag 😉 Mein „handicap“ vermochten solche Dinge aber noch nie abzuschwächen.

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  4. Au ja! Ich hab schon aktive Titelvorschläge!! Sowas wie „Wir beschäftigen uns 4 Werktage/Woche mit uns und nur 1 Tag mit der Diss und sind trotzdem geil“? Oder „Promovieren nach dem Minimalprinzip – How to“ 😉 Oder „Desertieren vor oder nach dem dissertieren?“ Ich habe Ideen! Und ich glaube das Kolloquium wird voller werden, als die Leute, die alle Teilnehmen ahnen werden 😛

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      1. Evtl. muss ich die Relation 4:1 nochmal überdenken. Es ist schon wieder 15 Uhr und langsam wirds eng 😛 Morgen muss was gehen sonst steht es 5:0. Aber eine Woche ist statistisch zum Glück nicht signifikant!! Ich freu mich, endlich mal ein vernünftiges Kolloquium das wirklich Sinn macht und ich auch was verstehe 😛

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      2. Und man vor allem die WAHREN Probleme beim Arbeiten versteht. Von wegen Schreibtisch aufräumen, Arbeitsplan, feste Zeiten, bla bla. Konzentration bei plötzlicher Tieftraurigkeit, Einsamkeitsattacken, Euphorie oder konstanter Anspannung 80. Skill while writing für Fortgeschrittene. 😉
        Aber hey, ich war heute schon richtig gut. Meinen einen Arbeitstag krieg ich aufsummiert die Woche vielleicht noch zusammen.

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  5. Schreibtisch aufräumen!!! Jetzt lieg ich unterm Tisch 😀 auf meinem ist Platz für ne Maus (+- 5 cm Spiel in alle Richtungen), ne Tastatur und zwei Schneißen für die Arme in Richtung Tastatur 😉 Selbst wenn ich den einmal im Quartal aufräume, falle ich doch immer wieder in ein Chaos zurück. Hm rede ich jetzt von meinem Schreibtisch? Vermutlich auch.
    Es ist traurig aber wahr und da triffst du echt den Punkt find ich. Einsamkeitsattacken vor allem. Dazu Angst. Und oft innere Wut. Druck als wenn man gleich platzen würde. Und vieles mehr. Also ich glaube Themen für das Kolloquium gibts genug 😉
    Aufsummiert könnte ich den Tag vielleicht auch noch schaffen, gestern warens immerhin ~2 Seiten. Und bisschen was anderes hab ich ja auch hin und wieder gemacht.

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      1. Endlich… Gleichgesinnte ✌🏻️ Mein Kommentar kommt vielleicht etwas spät, aber mir geht es exakt wie euch. Schreibe im Momemt meine Diss in einem tollen Unternehmen, angenehme Kollegen und einem sehr sozialen und kompetenten Chef. Der Job ist (zumindest in meinen Vorstellungen) der Hammer. Habe sogar über Vertrauenszeiten und Honeoffice die Möglichkeit zur völlig freien Arbeitsgestaltung-und genau das ist meine Rettung. Ich habe ein genaues Bild von dem was ich am Tag erreichen möchte-und bringe es dann oft nicht hin-ich würde mich dafür am liebsten selbst bestrafen-aber das bringt ja auch nur sehr kurze Linderung der inneren Anspannung. Wohin mit dem Druck? Er wächst und wächst-je weniger geschafft, desto weiter geht es in der Spirale nach unten. Je tiefer man in der Spirale gefangen ist, desto mehr Zeit nehmen die vernichtenden Gedanken in Anspruch-wichtige Zeit, Zeit, die sinnvoll investiert werden sollte und der Druck wächst. Ich beginne mich durch nutzlose Google-Recherchen über Gott und die Welt im Büro abzulenken-manchmal mit Erfolg, oft muss ich aber auch erfundenen Anlass auf Homeoffice zurückgreifen. Zuhause dröhne ich mich dann gerne auch mal weg-dem Drück und der Spannung entfliehen. Atmen. Loslassen. Der Realität entkommen.
        Zum Glück gibt existiert in mir neben dieser „wahnsinnigen und unkonzentrierten“ Akzentuierung auch eine Art „Genie“ (nicht überheblich gemeint). Wenn der Druck auf ein völlig unerträgliches Maß ansteigt (z.B. Prüfungsphasen, Dead Lines, etc.), bin ich oder eben ein Teil von mir in der Lage, über mich hinauszuwachsen und die Kontrolle zu übernehmen. 18 h lernen am Tag über Wochen, den ersten Dissentwurf in 3 Tagen ohne Schlaf verfasst, die Präsentation in der Nacht vor dem Meeting-und keiner merkt es. Hervorragende Noten, perfekte Zeugnisse, einwandfreier Lebenslauf mit zahlreichen ausgezeichneten Arbeitszeugnissen. Keiner merkt es. Ich habe Angst-Angst meinen Retter zu verlieren. Irgendwann fliege ich auf. Ohne den genialen Teil in mir bin ich nichts. Wie kann ich nur lernen das rechte Maß zu treffen? Das rechte Maß-eine artistotelische Tugend. Diese Gabe habe ich schon immer beneidet und gleichzeitig verabscheut. Langweilig. So unendlich langweilig. Doch die Menschen mit dieser Ausgeglichenheit sind offensichtlich zufrieden.
        Wie wäre es ein ganz normaler, einfacher Habdwerker zu sein, der nach einem befriedigenden Arbeitstag nach Hause kommt mit der Freude darauf, von seiner Frau bekocht und verführt zu werden. Den Rest seiner Freizeit in der Kneipe oder vor dem Fernseher sitzt und seinem interlektuellem Interesse vorwiegend der BILD gilt? Langweilig, einfaches Leben-keine psychische Folter, keine Leere, keine Erwartungen, kein Streben nach Höherem, keine überzogene Ansprüche an sich-aber eben im Unbekannten unserer Extreme wandelnd. Wir können sie nicht missen, die Abgründe-sobald wir eine Grenze sehen, fühlen oder etwas als solche von extern vorgegeben fühlen, ist unser Bedürfnis diese zu überschreiten. Immer auf der Suche nach mehr, nach Sinn, nach Intensität. Fernab der Realität-im Nebel der Moore wandernd, immer in der Gefahr in die Tiefe des nichts gezogen zu werden.
        Wie steht es denn nun eigentlich mit eurem Dokorandenkollog? Hätte da wohl auch bedarf 😅

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      2. Hey Tine! Hammer. Das klingt ja fast genauso wie bei mir. Inklusive Jobbeschreibung. Wirklich schön zu wissen, dass man damit nicht alleine ist. Du wohnst nicht zufällig auch noch in Berlin, oder?

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