Kontextabhängig

Ich forsche zur Kontextabhängigkeit individueller Prozesse. Die letzten Wochen hatten einen Vorteil. Ich konnte mich als Untersuchungsobjekt selbst verwenden. Bezüglich Gefühlen. Traurigen Gefühlen.

Ich war in verschiedenen Städten. An verschiedenen Orten. Mit verschiedenen Menschen. Und stelle fest: Gefühle sind nicht kontextabhängig.

Ich sah mich
Weinend am Hamburger Jungfernstieg.
Weinend am Berliner Alexanderplatz.
Weinend am Dortmunder U.

Wahrscheinlich hätte ich auch
Am Strand von Hawaii geweint.
Am Meer der Seychellen.
In einem Luxushotel von New York City.

Nur weint es sich dort wohl wesentlich schöner.

Advertisements

4 Gedanken zu “Kontextabhängig

  1. Hey Nina,
    das ist sehr traurig und tut mir leid für dich. 😦
    Anderseits ist es vielleicht auch einfach richtig, weil für die jeweiligen individuellen Geschichten Tränen und Traurigkeit einfach auch dahin gehören. Ich selbst wünschte sogar ich könnte Traurigkeit zeigen, aber mein Schutz ist die Verdrängung. Das letztemal hab ich glaub ich geweint als ich mit ~6 Jahren vom Rad gestürtzt bin (so in etwa).
    Gefühle sind leider nicht Kontextabhängig ja. Sie sind in uns. In uns angelegt worden. Und vor allem: sie sind nicht verarbeitet worden in der Zeit in der sie entstanden sind. Eine Flucht vor den Gefühlen ist nicht möglich und wäre eine Flucht vor uns selbst. Nur verarbeiten ist möglich. Und dafür ist es der erste wichtige Schritt die Traurigkeit zu spüren und zuzulassen!
    Ich hab z.B. auch oft den Gedanken auszuwandern. Da wird alles besser. Oder plötzlich den Gedanken ich muss dringend umziehen, eine andere Wohnung!!! Sofort!!! Die Wohnung ist Schuld dass ich mich jetzt grad so fühle wie ich mich fühle!!! Wieder mal zwei Projektoren am arbeiten, die ich „meine Augen“ nenne und mein inneres überall hin projezieren.
    Wünsch Dir viel Kraft, dass du es schaffst zu verarbeiten und auch schöne Dinge vielleicht dann genießen kannst!
    LG
    Manu

    Gefällt 1 Person

    1. Hach…wie sehr mir Deine Zeilen bekannt vorkommen…
      Und, danke! Der Text war zum Glück retrospektiv geschrieben. Also, die Sonne scheint wieder. Und mein neues Sozialexperiment ist daran nicht ganz unbeteiligt. Ich werde berichten. Beizeiten.

      Gefällt 1 Person

      1. Schön, so schnell sind meine Wünsche selten in Erfüllung gegangen 🙂 Freut mich wenn die Sonne wieder scheint. Vielleicht scheint sie ja auch genau deswegen, weil du zu den richtigen Gefühlen zur richtigen Zeit traurig warst! Auf jeden Fall freu ich mich für dich! 🙂

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s