Dialektik

Ein neuer Tag. Eine neue Bewertung.

„Alles ist ruhig.“ – Kann nicht mal jemand mit mir sprechen, bitte?

„Meine Mitbewohnerin ist eingezogen. Sie erfüllt die Wohnung mit angenehmer Gegenwart.“ – Ich muss mich um fünf Uhr morgens ruhig verhalten. In meiner eigenen Wohnung. Was für eine Einschränkung.

„Ich habe meine Beziehung beendet. Die mich ständig aus dem Gleichgewicht brachte.“ – Und vermisse sie entsetzlich. Sogar mich über ihn aufzuregen.

„Ich habe meinen Job gekündigt. Es war mir ein inneres Blumen pflücken. Ich kann bis Ende des Jahres bezahlt zu Hause bleiben. Und mich nur auf meine Doktorarbeit konzentrieren.“ – Ich muss bis Ende des Jahres zu Hause bleiben. Und mich auf meine Doktorarbeit konzentrieren. Ausschließlich. Monatelang. Ohne Ausrede. Und Ablenkung. Ein Grauen.

„Alles ist ruhig. Alles ist geregelt.
Jetzt schon seit achtundvierzig Stunden.“
Kann nicht mal irgendwas passieren? Etwas Unvorhergesehenes? Aufregendes? Dramatisches?

„Mal sehen wie lange es dauert.
Bis ich es nicht mehr aushalte.“  Keine vierundzwanzig Stunden.
„Und neues Chaos produziere.“  Und der Tag ist noch nicht zu Ende.

 

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13 Gedanken zu “Dialektik

  1. Es läuft gut… zu gut. Man erwartet das Chaos, sehnt es herbei, weil man damit umzugehen weiß. Mit dem Guten ist das nicht so einfach.
    Innehalten und genießen? Ist ja lächerlich. Haben wir nicht verdient…
    Ich verstehe Dich nur allzugut. Und hoffe, Du kannst es dennoch genießen… ein wenig… für ein zwei Stunden!

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  2. Eine Doktorarbeit (oder jegliche andere wissenschaftliche Arbeit) zu schreiben ist so oder so ein Grauen. Man macht es erst wenn einem sämtliche Ausreden ausgehen. Du scheinst nicht viele zur Verfügung zu haben im Moment – abgesehen von diesem verflixten Klavier… xD
    Ich kenne keinen, der richtig Spaß hatte am Schreiben; auch ich musste und muss mich täglich neu überwinden – das klappt nicht jeden Tag (Warum denkst du, lese ich gerade deinen Blog?^^). Hilft dir der Gedanke, dass du nicht alleine bist, in dem Unwillen so eine blöde Arbeit zu schreiben?
    Vielleicht nicht. Immerhin: mir hat es geholfen zu lesen, dass dir vorm Schreiben graut. Kam mir sehr vertraut vor! 😉

    Abschließend ein obligatorischer Ratschlag, den ich mir vermutlich sparen könnte: Geh raus, bevor dir die Decke auf den Kopf fällt!
    Ich gehe gerade im Herbst gerne auf Sonnenstrahl-Jagd. Wenn ich die Sonne irgendwo auftauchen sehe, lasse ich sie mir ins Gesicht scheinen. Danach gehts mir einfach besser als vorher. 🙂

    Schönen Tag noch! *wink*

    Gefällt 1 Person

      1. ereignislosigkeit begenete ich mit schaurigschönen visionen. meine arbeit wird durch eigene schludrigkeit vernichtet. oder durch ausserirdische. darauf zu verweisen hiesse darauf hinzuweisen, dass ich schonmal in der klapse war. irrenhaus in der biographie kann immer für viele -phine sorgen (also sorglos damit umgehen kann ein entsorgen zur folge haben)

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  3. Es würde mich interessieren, ob du dann auch konsequent bist wenn du eine Beziehung beendet hast.. denn ich beende, nur um wieder zurückzugehen…dann wieder zu beenden. Dieser Tanz wiederholt sich dann einige Male bis mein Gegenüber definitiv nicht mehr will und ich erst recht einen Grund habe ihn zu hassen… seufz…geht es dir ähnlich?

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  4. Hi nina, ja die ereignislosigkeit habe ich damals mit obsessivem sport kompensiert, dann krank geworden, nun suche ich mir im netz dinge, die mich reizen ( alles mögliche ). Ich bin z.b. informationsgeil…brauche ständig neuen input…nachrichten, wissenschaft…psychologie, philosophie. So halte ich meinen „energiepegel“ hoch. Dass du gerne schreibst, ist klar. So ein thema für eine doktorarbeit kann ja auch langweilig werden, wenn man ständig auf wandlungen und erneuerungen aus ist. Das beziehungsdilemma kenne ich auch, nur überlege ich, ob es wirklich nur an mir liegt, oder ob ich einfach zu sensibel für die schwingungen der anderen bin…ich fühle einfach zu viel und das hat nicht immer nur ausschliesslich mit mir zu tun. Manchmal macht es mir angst, in die menschen blicken zu können und meine impulsive art, lässt keine lügen ungestraft…;-(((
    btw. ich HASSE lügen…ich hasse es, verarscht zu werden und erst recht das gefühl, dass der andere glaubt, ich wäre dumm genug, ihm diesen senf auch noch zu glauben…bin jetzt an einem punkt, wo ich mich frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, eine beziehung einzugehen….die taktik, jemnaden mit einem hin und her zu vergraulen, kenne ich natürlich auch, aber ich bin mir mit der weile bewusst darüber, dass es nicht immer nur der böse borderliner ist, der umhertänzelt…;-) ich denke, wir sind einfach zu sensibel, was die abgründe auch von anderen angeht.

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